Gymnaestrada-Woche in Lausanne

Tagebuch der Tanzreise – Kirsten Kleinert, im Hauptberuf Redakteurin der DTB-Zeitschrift „Deutsches Turnen“ war in Lausanne als Tänzerin mit dabei und  beschreibt die Erlebnisse eines Tages.

6.00 Uhr heißt es Aufstehen, denn wir haben 12.00 Uhr einen Auftritt in Lausanne und müssen gegen 10.00 Uhr mit dem Zug von unserem Wohnort Morges losfahren. 13 Frauenköpfe wollen für den Auftritt frisiert sein- wir haben’s gut, weil wir eine Friseurin im Team haben…

Frisch gestylt und gut gelaunt sind wir rechtzeitig an unserer Bühne auf dem Gelände in Beaulieu, wo wir Thorsten Weiß vom DTB-Team treffen, der mit seinen Helfern schon unsere ‚Schränke‘ angeliefert hat. Wir mit unseren großen Gerätschaften sind auf die funktionierende Logistik angewiesen – aber das klappt hier perfekt. Dann der Auftritt, es klappt alles, die Halle ist gut gefüllt und wir bekommen viel Beifall. Die Stimmung ist super. Uns sprechen Schweizer Fans an, die unsere Idee mit den ungewöhnlichen Gerätschaften toll finden. Später ist guter Rat teuer, denn eine Rolle von einem unserer Schränke ist gebrochen. Aber es wäre nicht Gymnaestrada, wenn es keine Lösung gäbe. Über die DTB-Teamleitung wird beim Ausrüster SPIETH, der mit einem Stand hier vertreten ist, angefragt. Und es kommt Ingolf Habel und behebt den Schaden, der Schrank rollt wieder. Am Nachmittag haben wir viel Spaß auf dem Gymnaestrada-Gelände in Beaulieu, die Sonne scheint, tausende Teilnehmer sind unterwegs. Gegen Abend fahren wir ins Sportcenter Malley, um dort den Panamerikanischen Länderabend anzuschauen, der uns sehr gut gefällt. Viele gute Ideen, großer Enthusiasmus der Teilnehmer – wunderschön. Aber dann ist die Stimmung plötzlich dahin und alles ganz anders: Ein etwa 12-jähriger Junge aus Chile stürzt beim Schlussbild bei einem Salto und wir wissen alle nicht, wie schlimm seine Verletzungen sind. In der Halle ist es ganz still, als sich Sanitäter um ihn kümmern. Er wird dann ins Krankenhaus gebracht. Das geht uns sehr nahe und beschäftigt uns. Wir sehen das Motto dieses eigentlich unbeschwerten Abends nun in einem anderen Licht: „Genieße Dein Leben!“ – Erst am nächsten Tag erfahren wir, dass der Junge sich nur leicht verletzt hat. Zurück in unserem Schulquartier in Morges – es ist der Schulkomplex Marcelin – macht unsere Gruppe noch ein Fotoshooting. Wir sind selbst ganz begeistert von der tollen Kulisse. Denn die Schule hat große Panoramafenster, die den Blick auf den See ermöglichen. Überhaupt fühlen wir uns in dieser Schule sehr wohl, es stimmt alles, die Klassenzimmer, die Duschen, die Frühstücksversorgung, super nette Volunteers und sogar eine Turnhalle, in der wir proben können. Gegen 1.00 Uhr kommen wir dann zum Schlafen – und damit ist eigentlich schon der nächte Gymnaestrada-Tag angebrochen.

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